Donnerstag, 26. Februar 2009
Brüste in 3D
Unsere Einzugsparty steht noch aus. Ich wohne seit dem 20. November in meiner Wohnung und bisher haben wir noch keinen Einzug gefeiert. Es wäre zwar ohnehin ein Reinfall geworden. Wir hätten zusammen Fencheltee getrunken und polnisches Radio gehört. Aber es geht um's Prinzip. Eine Wohnung braucht ein gemeinschaftsbildendes Erlebnis. Darum hab ich mir vorgenommen, etwas zu finden, was jedem gefallen könnte. "Wie wäre es mit Kino? Hier läuft zur Zeit ein 3D-Horrorfilm." Ingo ist sofort dabei, Martin gibt zwar kein Feedback ist aber zu 2/3 überzeugt, nur Alex schiebt seine Müdigkeit vor. Er sei fix und fertig und werde heute zeitig ins Bett gehen. Kein Wunder, musste er doch gestern auch meinen Feldzug gegen die kleinen bunten Autos über sich ergehen lassen. Na gut, dann wird das heute wieder kein gemeinschaftsbildendes Erlebnis, aber immerhin ist es für uns übrigen drei eine willkommene Ablenkung. Doch an diesem Abend prallen mal wieder meine Spießerwelt und die modernere von Martin und Ingo aufeinander. Die beiden beschließen ihr Abendbrot im Kino einzunehmen. Ein Sandwich von Subways natürlich. Mir gefällt das überhaupt nicht, zumal ich mir scheinbar mehr Gedanken mache, wegen diesem Schnittchen aus dem Kino zu fliegen, als die beiden anderen zusammen. Doch es war alles halb so wild, Jacke drüber und keiner sieht oder riecht ewas von dem mitgebrachten Essen. Hab ich mir mal wieder umsonst ins Hemd geschissen. Der Film beginnt, wir setzen die 3D-Brillen auf und schon geht's weiter. Wir drei sind alle Brillenträger, doch Martins Brille scheint nicht vollständig entspiegelt zu sein. Er sieht seine eigenen Augen statt dem Film. Als er dann noch in sein Sub (so heißen die Schnittchen bei Subways) beißen will, beginnen beide Brillen natürlich auch noch zu rutschen, sodass er nahezu den ganzen Anfang des Filmes verpasst. In etwa der Mitte des Filmes unterhalten sich Martin und Ingo darüber, dass gewisse Teile des Filmes so aussehen, wie die Zwischensequenzen in den Computerspielen aus den späten Neunzigern. Ich bin angepisst, beschließe aber das Ganze nicht noch durch eine Diskussion übers Quatschen im Kino zu verschlimmern. Stattdessen setzte ich mich zwei Plätze weiter. Nach dem Film freuen sich die beiden bis spät in die Nacht, dass es in dem Film eine Szene gab, in der eine nackte Frau etwa 5-10 Minuten durchs Bild spazierte und schließlich doch noch von dem mysteriösen Mörder umgebracht wurde. Ich halte das für übertrieben. Denn sind wir mal ehrlich, sogar die heutige Klostein-Werbung ist härter als ein Softporno, da sind die 5 Minuten nackte Möpse nun wirklich nicht mehr erwähnenswert. Zumal beide dank ihrer Freundinnen jederzeit Zugriff auf echte nackte 3D-Brüste hätten.
Mittwoch, 25. Februar 2009
Bunte Autos
"Das ist doch die blanke Volksverdummung!", werfe ich Martin an den Kopf, "Wie kann ein normaler Mensch auch nur auf die Idee kommen, für so einen Humbug Geld auszugeben." Martin lacht mich aus. Er findet es immer wieder witzig, wie ich mich über Kleinigkeiten, die mich nicht einmal betreffen, derart aufregen kann. Fünf Minuten vorher hat er mir sein neues Facebook-App gezeigt. Ein Spiel mit dem tollen Namen "Falschparken". Dabei bekommt jeder Spieler 3-4 Autos in bestimmten Farben, die er in einer virtuellen Stadt parken kann. Zusätzlich bekommt er noch eine Hand voll Parkplätze, für die er Pargebühren verlangen kann. Je länger ein Auto auf einem Parkplatz steht, desto mehr Spielgeld bekommt der Spieler gutgeschrieben. Doch Obacht! Jeder Spieler kann für seine eigenen Parkplätze auch Strafzettel ausstellen, wenn ein Auto mit der falschen Farbe darauf steht. Je später er das tut, desto größer ist das Risiko, dass der andere Spieler seinen Wagen umparkt und er den Strafzettel nicht ausstellen kann. Darum bekommt er auch mehr Spielgeld, je später er den Strafzettel aufklebt. Dass ich dieses Spiel an sich schon hirnrissig finde, brauch ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen. Aber selbst Mau-Mau und Schach ist bei Lichte betrachtet völlig sinnfrei. Darum akzeptiere ich das Falschparkerspiel. Worum es mir geht, ist der Fakt, dass man sich gegen geringfügige Beträge echten Geldes neue Autos und Parkplätze kaufen kann. Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum ein "normaler" Mensch Geld für einen Haufen Pixel hinblättert. Aber es gibt Leute die soetwas machen. "Das sind nicht mal wenige. Schau die doch mal die Studenten an, die jedes Wochenende 50 Euro auf PokerStars.de verzocken.", erklärt mir Martin. "Die sind für mich auch bekloppt in ihrer Birne! Aber bei weitem nicht so bescheuert, wie die Leute, die sich 16x16 Pixel große Autos kaufen, damit sie sie umparken können...", gebe ich zurück. Martin zieht einen Vergleich zu Markenprodukten, gekauften mp3-Dateien, Premiummitgliedschaften bei Last.fm und jede Menge weiterer guter Argumente gegen meinen Standpunkt zu Felde. Es ärgert mich, dass mir in diesem Moment keine passenden Gegenargumente einfallen und ich zweifle an meiner Einschätzung. Wir diskutieren noch bis spät in die Nacht, doch mein Standpunkt bleibt: Menschen, die sich mit echtem Geld virtuelle Immobilien, Autos und Toaster kaufen, haben einfach zu viel Geld, zu viel Langeweile oder zu wenig Verstand. Auf die nächste Diskussion dieser Art werde ich mich besser vorbereiten.
Die Entdeckung des Subways
Es klang wie eine Offenbarung in den Ohren von Martin und Ingo, als ihnen Sascha von dem neuen Subways erzählt. Es befindet sich genau gegenüber unserem Bürogebäude, auf der anderen Straßenseite. Gleich zum Mittag wollen wir den Schuppen ausprobieren. Ich halte ja eigentlich nichts von den teuren Schnittchen, aber da der Zloty sehr gut steht (fast 1:5) und die Subwaypreise zudem noch billiger als in Deutschland sind, gehe ich natürlich mit. Unentschlossen studieren wir die Speisekarte. "Vegetariana" steht in großen Lettern über der Theke. Für unsere beiden Vegetarier schon die zweite Offenbarung an ein und dem selben Tag. Als das Personal sie dann auch noch in Englisch anspricht, sind die beiden hin und weg. Als Deutscher etwas vegetarisches in der Posener Altstadt zu bekommen, grenzt für sie fast schon an ein Wunder. "Langsam find ich's hier immer besser." merkt Martin an, als er seelig sein Sandwich verdrückt.
Dienstag, 24. Februar 2009
Karmi
Kurz nach 23 Uhr ist Feierabend. Zumindest für einen Teil von uns, denn Alex der Unersättliche hängt noch immer über seinem Notebook und baut Präsentationen, Excel-Tabellen und Word-Dokumente. Da Martin sich noch etwas zu trinken kaufen will, beschließe ich diese Gelegenheit zu nutzen, um etwas frische Luft zu schnappen. Außerdem fühlt sich Martin mit "Dollmetscher" im Spätschop sicherer und hat beschlossen mit mir ein Feierabendbier zu trinken. Natürlich kein richtiges Bier, sondern Karmi - ein Bier-Karamell-Mischgetränk. In meinem schönsten Sonntagspolnisch bestelle ich ein Zywiec für mich, eine Flasche Wasser und ein Karmi. Die Verkäuferin schaut mich etwas verdutzt an, die Leute in der Schlange hinter uns grinsen. Schließlich stellt die Frau dann eine Flasche Bier, ein stilles Wasser und zwei Paar weiße Nylon-Stumpfhosen auf den Tresen. Jetzt schaue ich verdutzt. Zu diesem Moment kreisen drei Gendanken im Raum: die Polen denken, dass Martin und ich unterwegs zu einer schwulen Fetischparty sind. Ich hab die Brille nicht auf und halte die Strumpfhosen für Kondome. Martin freut sich schlichtweg, dass er einen so guten Polnischexperten dabei hat. Nach gefühlten 3 Minuten versuche ich mit "nie, karmi, pivo, butelka" die Strumpfhosen doch noch gegen das süße Malzgetränk einzutauschen. Der ganze Laden lacht, aber der Versuch ist geglückt und wir verlassen das Geschäft mit 3 Getränkeflaschen. Zum Glück kennt mich hier keiner.
Freitag, 20. Februar 2009
Alice und (k)ein Ende
Am Montag hab ich mich selbst in meine WG eingeladen. Mein Zimmer ist zwar untervermietet, aber zum Kaffeetrinken bin ich noch gern gesehen. Außerdem will ich mich heute um ein Problem kümmern, dass wir seit 3 Monaten haben. Es geht um die trampelige Frau von Hansenet, die uns seit einem viertel Jahr nicht telefonieren lässt. Da ich ja in Polen war, konnte ich bisher nicht selbst an den Geräten herumspielen. Aber heute werde ich mich nochmal selbst mit dem ISDN-Anschluss beschäftigen. Ich hab schon 2-3 ISDN-Anschlüsse der Telekom selbst angeschlossen, aber bei der Alice ist wirklich der Wurm drin. In unserem Flur sieht es mittlerweile wie in der Telefonabteilung von Mediamarkt aus. Hier liegen Terminaladapter, NTBAs, ein ISDN-Telefon und 2 analoge. Aber keines dieser Bauteile kann man in keiner Kombination zum Telefonieren verwenden. Nach einer Stunde probieren und umstecken beschließe ich, die gute Alice doch mal anzurufen. "Wir haben sogar die Nummer von der Störungsannahme.", strahlt mir Melanie entgegen. Leider ist Alice nicht persönlich da, darum rede ich mit ihrem Mann. Dieser prüft die Leitung durch und erklärt mir, dass nur eines der beiden Kabel beschaltet ist. Über das andere bekäme er kein Signal. Mir wird übel. Wir hatten 3 Mal die Techniker im Haus, die sich um den Anschluss kümmern sollten und jeder hat gesagt, es liegt an uns. Außerdem sagt der nette Alice-Mann noch, dass die Störung auch in die Kunden-Datenbank eingetragen wurde, aber scheinbar eine Benachrichtigungs-SMS nicht angekommen sei. Professionell ohne Ende die Leute bei Hansenet. Statt dann wie jeder andere einen Brief zu schreiben... Egal, er schickt uns am Donnerstag einen Techniker ins Haus, der sich der Sache annehmen soll. Dieser kommt zwar mit einiger Verspätung, aber immerhin können wir telefonieren, nachdem er die Wohnung verlassen hat. Außerdem hat er auch noch das DSL ganz gelassen. Glanzleistung.
Anm.: Um unseren Alice-Anschluss hat sich jedes Mal ein Unternehmen im Auftrag der Deutschen Telekom gekümmert... eine Interpretation bleibt hier mal offen.
Anm.: Um unseren Alice-Anschluss hat sich jedes Mal ein Unternehmen im Auftrag der Deutschen Telekom gekümmert... eine Interpretation bleibt hier mal offen.
Sonntag, 15. Februar 2009
Party Dresden
Nach den ganzen "Pleiten" in Polen freue ich mich richtig auf eine Party-Nacht in Dresden. Dummerweise komm ich genau zur richtigen Zeit nach Hause: Es ist das Valentinswochenende und zudem Großdemonstation gegen Rechts inkl. Gegendemo. Verspricht spaßig zu werden. Als wir abends nach Dresden fahren, ist aber alles wieder im Lot. Es stehen einem keine Pärchen im Weg und von gewaltbereiten Demonstranten ist auch nichts mehr zu sehen. An Alkohol ist heute zwar nicht zu denken, ich bin freiwillig Fahrer, aber dennoch spricht vieles für einen super Abend in der sächsischen Hauptstadt. Marko und ich treffen uns mit ein paar Freunden (dummerweise alles Pärchen) im Metronom auf der Louisenstraße, unserer Stammkneipe. Nach ein paar Stunden Billiard und dem Austausch über die neuesten Ereignisse in meiner WG, ziehen wir weiter in die Galerie Disko. Der Mensch, der die Eintrittsgelder kassiert, schwärmt uns schon vor: "Gerade legt eine ganz coole Dame aus Prag auf, ihr seid genau richtig gekommen. Leute, heute Abend lohnt sich das hier echt." Er hatte nicht zu viel versprochen. Die Galerie war gut gefüllt, aber nicht zu voll. Musikalisch ging's auch ordentlich ab und ich weiß nicht ob es am Koffein lag (Marko und Katarina haben mich den ganzen Abend mit Premium Cola abgefüllt), aber ich war die erste Zeit nur am feiern. Ein herrliches Gefühl. Später lernte ich noch Markos neue Kumpel kennen, zwei echt verpeilte Typen. Ich bin ja schon gut in Scheiße labern, aber die beiden spielen in der Königsklasse. So kam dann auch recht schnell ein Gespräch über Autoquartett zu stande. Es ging prinzipiell darum, ob die Baumaschinen oder die Monster Trucks besser sind. Gegen 7:00 Uhr haben wir uns langsam auf den Heimweg gemacht. Katarina lag schon seit einiger Zeit auf der Couch rum und ließ sich von einem H&M-Streifenhörnchen vollquatschen, viel los war auch nicht mehr. Kurz gesagt, es war Zeit zu gehen. Als wir auf die Hauptstraße abbiegen steht auch prompt die Polizei hinter uns und ich hatte mal wieder die Papiere vergessen. Nach dem Alkoholtest durfte ich aber weiterfahren, ohne die 10 Euro Ordnungsgeld zu zahlen. Glück gehabt. Marko gings an diesem morgen noch ganz schön dreckig - seitdem er immer fahren muss ist er im Trinken ganz aus der Übung. Mir war auch ein wenig übel von den 10 Litern Cola, die ich den Abend über getrunken hatte. Insgesamt jedoch ein geiler Abend.
Freitag, 13. Februar 2009
Auf nach Hause
Heute geht's los! Ich fahre auf Heimatbesuch in das schöne Sachsenland. Mit einem leicht genervten Taxifahrer geht es aus der Altstadt zum Bahnhof. Kurz vorm Ziel fängt er wie wild an zu Hupen. "So ein Arschloch... In Polen fährt man rechts!", schreit er. Der junge Pole im Auto vor uns ist sichtlich irritiert und bleibt plötzlich mitten auf der Kreuzung stehen. Ohne zu zögern zieht unser Taxi links an ihm vorbei. "Freitag der 13." meint er in gebrochenem deutsch zu uns. Die Stimmung im Taxi ist seitdem ausgelassen. Am Bahnhof angekommen sehen wir halb Poznan im Foyer stehen. Die Menschenmassen stehen reihenweise an den Ticketschaltern Schlange und zu allem Unglück hat auch noch das ICC Reisecenter gerade wegen was auch immer geschlossen. Da Ingo sein Ticket schon hat, ist er fein raus. Alex und ich überlegen. Nach einem kurzen Blick durch das Foyer beschließt Alex: "Was soll's, ich kauf mein Ticket beim Schaffner." Ich schließe mich ihm an. Als wir auf den Bahnsteig gehen, freuen sich Ingo und Alex wie die Schneekönige: "Achtung! Gleich kommt's." Gemeint ist die deutsche Tonbandansage, die in einem missmutigen Ton verkündet, das "der Zug 5 hat". Das "Minuten" ist bei der Übersetzung scheinbar flöten gegangen. Doch kurz vor der Ansage schaltet die Anzeige plötzlich um. Keine Verspätung und auch keine Fünf. Heute geht scheinbar alles schief. Nach dem Einsteigen besetzen wir ein ganzes Abteil. Nur eine hübsche junge Polin traut sich zu uns hinein, denn eine immer wieder beteuerte Beobachtung der deutschen Kollegen besagt: "Wenn da Sitz 65 auf der Platzkarte steht, will der polnische Reisende auch unbedingt dort sitzen." So schlimm find ich diese kleine Eigenheit heute nicht. Als der Schaffner kommt, versuchen Alex und ich in gebrochenem polnisch Fahrkarten zu kaufen. Das Gespräch mit dem Kontrolleur nimmt jedoch eine apprupte Wende, denn ab dem zweiten Satz hab ich mal wieder den Faden verloren. "Er will wissen, ob ihr gemeinsam auf eine Fahrkarte fahren wollt, oder jeder für sich.", hilft uns die junge Polin. Der Kontrolleur muss die Fahrkarten nämlich von Hand ausschreiben und würde sich gern unnötige Schreiberei ersparen. Wir haben nichts dagegen. Als alles geklärt ist, fängt Alex ein Gespräch mit der Polin an. Sie komme aus Gdansk und ist auf dem Weg nach Berlin. Dort will sie Ihren Chemnitzer Freund treffen, der ihr zum Valentinstag ein Wochenende in der Hauptstadt geschenkt hat. Schade. Als kleinen Trost holt sie eine Packung "Korsaky" aus ihrer Tasche. Die Tüte, die ein kleines Männlein mit rotem Bart ziert, enthält Schokolinsen mit Kokosfüllung. Alex ist begeistert, anhand eines Fotos, dass Ingo mit seinem Handy machen muss, will er demnächst in Poznan auf die Suche nach der Leckerei gehen.
Sonntag, 8. Februar 2009
Und wieder eine Woche rum...
Schon ist wieder eine Woche rum in der nicht viel passiert ist. Auf meinem kleinen Spatziergang gestern hab ich doch noch den Waschsalon gefunden. Er befindet sich mal wieder, wie scheinbar die Hälfte aller polnischen Unternehmen, in einem Wohnhaus. Scheinbar ist es aber eine Reinigung, sodass ich meine Wäsche doch wieder zu Hause bei Mutti waschen werde...
Nachtrag: Beim Googlen hab ich grad noch was cooles gefunden. Es handelt sich um ein Cafe mit Waschsalon bzw. einen Waschsalon mit Cafe und ist auch nicht sonderlich weit von meiner Wohnung entfernt. Ich glaube ich werd mir das Cafe Pralnia mal ansehen...
Nachtrag: Beim Googlen hab ich grad noch was cooles gefunden. Es handelt sich um ein Cafe mit Waschsalon bzw. einen Waschsalon mit Cafe und ist auch nicht sonderlich weit von meiner Wohnung entfernt. Ich glaube ich werd mir das Cafe Pralnia mal ansehen...
Samstag, 7. Februar 2009
Gas bezahlen
Das tolle an meiner Wohnung ist, dass es an den Heizkörpern keine Zähler gibt. Ich bilde zusammen mit 3 anderen Haushalten eine "HG" (Heizgemeinschaft). Abgerechnet wird aller zwei Monate. Am Donnerstag war es das erste Mal soweit, Anna schrieb mir, dass ich mein Gas bei Herrn Lipszinski mit 193 Zloty bezahlen soll. Nichts leichter als das. Ich klingle bei Wohnung Nr. 3 und werde mit einem "Proszę!" aufgefordert, die Wohnung zu betreten. Die Wohnung ist als Büro getarnt und, hinter einem Monitor verschanzt, sitzt eine junge Frau die mir verwundert entgegenstrahlt. In meinem schönsten gebrochenen Polnisch mache ich klar, dass ich in Nummer 8 wohne und gern mein Gas bezahlen möchte. Sie nickt, nimmt mein Geld entgegen und stellt mir einen Schmierzettel mit dem Firmenstempel aus. Quittungen sind scheinbar nicht gebräuchlich. Egal, ich bedanke mich und gehe.
Samstag Mittag klingelt es an meiner Wohnungstür. Ich taumle verschlafen in Unterhose zur Tür und werfe mit schnell noch eine Strickjacke über. Schließlich will ich ja nicht ganz nackt dastehen. Durch einen kleinen Spalt lunsche ich hinter der Tür hervor und sehe eine ältere blonde Dame, die sofort drauflos sprudelt. Sie möchte gern das Gas-Geld kassieren. Ich stammle etwas, was ich für "ich habe gestern schon bezahlt" halte und versuche meine Argumentationskette durch den Schmierzettel zu stützen. Während ich nach der Quittung suche, geht die Tür einen Spalt weiter auf und die ältere Frau sieht mich nun in Unterhose und Strickjacke durch die Wohnung springen. Sie scheint das sehr amüsant zu finden, denn als ich zurückkomme lächelt sie und entschuldigt sich, dass sie mich schienbar geweckt hat. Nachdem ich Ihr lächelnd die Quittung gezeigt habe, versteht sie auch, was ich von ihr will und wir verabschieden uns. Ich beschließe, dass mir diese Szene jetzt nicht peinlich war und springe unter die Dusche.
Samstag Mittag klingelt es an meiner Wohnungstür. Ich taumle verschlafen in Unterhose zur Tür und werfe mit schnell noch eine Strickjacke über. Schließlich will ich ja nicht ganz nackt dastehen. Durch einen kleinen Spalt lunsche ich hinter der Tür hervor und sehe eine ältere blonde Dame, die sofort drauflos sprudelt. Sie möchte gern das Gas-Geld kassieren. Ich stammle etwas, was ich für "ich habe gestern schon bezahlt" halte und versuche meine Argumentationskette durch den Schmierzettel zu stützen. Während ich nach der Quittung suche, geht die Tür einen Spalt weiter auf und die ältere Frau sieht mich nun in Unterhose und Strickjacke durch die Wohnung springen. Sie scheint das sehr amüsant zu finden, denn als ich zurückkomme lächelt sie und entschuldigt sich, dass sie mich schienbar geweckt hat. Nachdem ich Ihr lächelnd die Quittung gezeigt habe, versteht sie auch, was ich von ihr will und wir verabschieden uns. Ich beschließe, dass mir diese Szene jetzt nicht peinlich war und springe unter die Dusche.
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