Samstag, 21. März 2009

Rentnerspäße

Heute habe ich das Geheimnis glücklicher Rentner entdeckt: Enten füttern. Die ganze Woche hab ich mich kindisch auf Samstag gefreut. Samstag, mein freier Tag. Der Tag, an dem ich mir vorgenommen habe, Enten an der Warta zu füttern. Doch Obacht! Hier in Poznan gibt es ein strenges Reglement. Als Jugendlicher mit oder ohne Freundin muss man auf der Altstadtseite bleiben. Die Neutstadt-Seite ist für Rentner mit Hund oder Ehepaare mit Kind reserviert. Dementsprechend sieht es auf der Altstadtseite auch aus. Denn obwohl Alkohol trinken in der Öffentlichkeit verboten ist, liegen hier Hunderte kaputte Bierflaschen und Dosen. Dazu gesellen sich mehrere leere Zellofan-Tüten, Zigarettenkippen und anderer Picknick-Dreck. Schade eigentlich, denn das Ufer ist an sich sehr schön. Doch zurück zum Wesentlichen, ich bin ja nicht zum Vergnügen hier. Bewaffnet mit einem Rest Weißbrot suche ich die Wasseroberfläche ab. Zuerst vergebens, denn nach einer viertel Stunde bin ich erst eine viertel Scheibe Brot los geworden. Doch dann der Glückstreffer: An einer Stelle nahe einer Brücke tummeln sich ca. 20 Enten. Volltreffer! Doch wir sind nicht allein. Fiese Möven sind auch auf mein Brot aus. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich hab doch noch nie Enten gefüttert und jetzt auch noch unter erschwerten Bedingungen. Sei's drum. Ich nehme die Herausforderung an: den Möven keinen Krümel! Bevor ich werfe, suche ich den Augenkontakt mit der Ente. Telepatisch gehe ich mit ihr den Plan durch: "Ich täusche links an und werfe 10 cm neben dich. Hast du verstanden?" Sobald die Ente nickt, werfe ich. Jeder Wurf ist eine nervenaufreibende Zerreißprobe. Wird es die Ente schaffen oder hat die Möve meine geheime Nachricht abgefangen? Es gelingt. Lautstark beschweren sich die Möven. Doch sie ernten nuch ein hönisches Lachen/ schnattern. Da müsst ihr schon früher aufstehen um hier etwas abzubekommen ihr Loser!

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