Montag, 6. April 2009

Vegetarisch Essen

Vor kurzem ist unser Büro vom Stary Rynek in Richtung Polski Teatr gezogen. Damit hat sich natürlich auch unsere Versorgungsstrategie grundlegend ändern müssen. Vorbei die Zeiten, in denen man zu Subways oder Kanappka gehen konnte. Auch die nötige Grundversorgung durch den kleiner Tante-Emma-Laden mit dem zauberhaften Namen "Promocija" fehlt im neuen Büro. Stattdessen gibt es hier überteuerte Tante-Emma-Läden mit Bestelltheke und einen DDR-Supermarkt. Doch auch eine vegetarische Bar ist hier gleich um die Ecke. Die probieren Martin und ich natürlich gleich aus. Als erstes essen wir Tofu-Gulasch... Ich als Fleischesser kann mich für das "Zeug" jedoch nicht so recht erwärmen. Es sieht aus wie Fleisch, schmeckt nach 200 Gewürzen und ist dabei so bissfest wie ein gekochtes Ei. Beim zweiten Mal bestelle ich mir eine Art Pfannkuchen mit Sauerkrautfüllung. Der schmeckt zwar ganz gut, hat aber Spätfolgen: Man hat danach noch stundenlang den Geschmack von Sauerkraut im Mund. Zudem gibt es bei vegetarischem Essen noch ein weiteres "Problem" - die Sättigung. Nach dem Essen kann ich mich oft kaum bewegen und denke eich muss platzen. Nach einer Stunde hab ich dann aber wieder mordsmäßigen Hunger... Aber noch ist nicht alles auf der Karte durchprobiert, vielleicht finde ich noch ein passendes Gericht. Denn prinzipiell ernähre ich mich gern vegetarisch, obwohl mir einige Sachen in der pflanzlichen Küche sehr suspekt vorkommen. Außerdem muss vegetarische Ernährung gelernt sein. "Du musst einfach schneller essen, dann schaffst du mehr bis das Sättigungsgefühl kommt und hast nicht gleich wieder Hunger.", meint Martin, als ich mit ihm sachte zum Büro zurück schleiche. Ich quitiere diesen guten Rat mit einem kleinen Sauerkraut-Rülpser und träume insgeheim von meiner Gulaschnikow-Tütensuppe.

Samstag, 21. März 2009

Rentnerspäße

Heute habe ich das Geheimnis glücklicher Rentner entdeckt: Enten füttern. Die ganze Woche hab ich mich kindisch auf Samstag gefreut. Samstag, mein freier Tag. Der Tag, an dem ich mir vorgenommen habe, Enten an der Warta zu füttern. Doch Obacht! Hier in Poznan gibt es ein strenges Reglement. Als Jugendlicher mit oder ohne Freundin muss man auf der Altstadtseite bleiben. Die Neutstadt-Seite ist für Rentner mit Hund oder Ehepaare mit Kind reserviert. Dementsprechend sieht es auf der Altstadtseite auch aus. Denn obwohl Alkohol trinken in der Öffentlichkeit verboten ist, liegen hier Hunderte kaputte Bierflaschen und Dosen. Dazu gesellen sich mehrere leere Zellofan-Tüten, Zigarettenkippen und anderer Picknick-Dreck. Schade eigentlich, denn das Ufer ist an sich sehr schön. Doch zurück zum Wesentlichen, ich bin ja nicht zum Vergnügen hier. Bewaffnet mit einem Rest Weißbrot suche ich die Wasseroberfläche ab. Zuerst vergebens, denn nach einer viertel Stunde bin ich erst eine viertel Scheibe Brot los geworden. Doch dann der Glückstreffer: An einer Stelle nahe einer Brücke tummeln sich ca. 20 Enten. Volltreffer! Doch wir sind nicht allein. Fiese Möven sind auch auf mein Brot aus. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich hab doch noch nie Enten gefüttert und jetzt auch noch unter erschwerten Bedingungen. Sei's drum. Ich nehme die Herausforderung an: den Möven keinen Krümel! Bevor ich werfe, suche ich den Augenkontakt mit der Ente. Telepatisch gehe ich mit ihr den Plan durch: "Ich täusche links an und werfe 10 cm neben dich. Hast du verstanden?" Sobald die Ente nickt, werfe ich. Jeder Wurf ist eine nervenaufreibende Zerreißprobe. Wird es die Ente schaffen oder hat die Möve meine geheime Nachricht abgefangen? Es gelingt. Lautstark beschweren sich die Möven. Doch sie ernten nuch ein hönisches Lachen/ schnattern. Da müsst ihr schon früher aufstehen um hier etwas abzubekommen ihr Loser!

Samstag, 14. März 2009

Waschtag

Das Schlimmste im Ausland ist, dass man keine Mutti mehr hat, die einem die Wäsche wäscht. Als ich einen Blick auf meinen Dreckwäscheberg und anschließend in die leere Sockenschublade werfe, beschließe ich die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Samstag ist Waschtag! Vor einiger Zeit habe ich im Internet das Café Pralnia (übersetzt "Café Reinigung") gefunden, das ich heute ausprobieren werde. Bepackt mit einer Ladung Dunklem schlendere ich die ul. Mostowa hinunter und luke vorsichtig zum Eingang des Cafés hinein. Leider oder zum Glück ist hier gar nichts los... Leider, weil ich wirklich der Allereinzige im ganzen Laden bin und zum Glück, weil ich so nicht auf eine freie Waschmaschine warten muss. In einer Ecke klimpert es. Eine junge Frau mittleren Alters stürmt auf mich zu und beginnt einen Redeschwall Polnisch auf mich los zu lassen. "Angielski?", frage ich zögerlich. Sie verneint. Doch irgendwie werden wir schon klar kommen. Ich stopfe meine Sachen in eine freie Trommel und den Rest erledigt die Kellnerin/ Waschfrau für mich. Nun heißt es warten. Während meine Wäsche umhergewirbelt wird, schlürfe ich einen Cappuchino und schmökere Dan Brown's "Digital Frotress" (Diabolous). Nach ca. 10 Minuten merke ich, dass es in dem Laden arschkalt ist und mummel mich wieder in meine Strickjacke ein. Von Zeit zu Zeit springt ein Lüfter mit ohrenbetäubenden Getöse an. Scheinbar soll er davor schützen, dass durch den nicht vorhandenen Wasserdampf das Haus wegschimmelt. Soetwas macht natürlich die ganze Café-Gemütlichkeit kaputt. Nach einer Weile ist der Cappu leer und ich sehne mich nach einer heißen Schokolade und etwas essbaren. Ich begebe mich zur Bar und stelle meine leere Tasse auf den Tresen. Die Kellnerin steht mit dem Rücken zu mir und spritz unentwegt Schokocreme in mehrere kleine Waffelbecher. Manchmal will sich die Creme nicht so wirklich vom Spritzbeutel lösen und sie hilft mit dem Finger nach, den sie anschließend ableckt. Schlagartrig vergeht mir der Appetit und ich schleiche mich zu meinem Tisch zurück. Die Waschmaschine ist fertig und nun dreht die Wäsche ein paar Runden im Trockner. Ich lese weiter und nippe ab und zu zögerlich an meiner heißen Schokolade. Das hatte ich nämlich vergessen: Heiße Schokolade ist in Polen dickflüssig/ puddingartig und Pudding mag ich nicht. Die Kellnerin schaut des öfteren nach, wie es bei der Trocknung voran geht. Beim 4. Mal hält sie mir mein Hemd hin. Ich schnappe mir ein Bügeleisen und lege los. Dann wieder lesen und Schoki "trinken". Schließlich hat sich der Rest meiner Kleidung auch dazu entschieden, trocken zu sein. Nachdem ich meine Socken fein säuberlich zusammengelegt und in meiner Sporttasche verstaut habe freue ich mich wie ein kleiner Schneekönig wenn's schneit. Eine einzelne Socke ist übrig geblieben - ich bin schon ein richtiger Waschprofi.

Montag, 9. März 2009

Die Jagd nach der afrikanischen Postkarte

"Ich würde dir gern eine Postkarte aus Südafrika schicken. Wie ist denn deine polnische Adresse?", fragte mich Eva über meinen Instant Messenger. Schon damals haben wir beide uns einen Spaß draus gemacht, ob die Karte wohl ankommen wird. Heute, ca. einen Monat später, ist sie immernoch nicht da und mir fällt es wie Schuppen von den Augen: ich hab vergessen Eva auch meine Wohnungsnummer zu geben. Denn hier ist man beim Postboten nur eine schnöde Ziffer. Um die Postkarte dennoch zu bekommen, beschließe ich im Postamt um die Ecke mal nachzufragen. Die junge Frau auf der anderen Seite der Theke spricht zum Glück Englisch, aber kann mir leider nicht weiterhelfen. Sie schickt mich stattdessen zu einer anderen Filiale am Rynek. Die Postangestellte dort spricht leider weder Englisch noch Deutsch, sodass wir eine Kundin als Dollmetscher benötigen. Keine 2 Minuten später steht eine blonde Frau mittleren Alters neben mit und übersetzt meine Worte ins Polnische. "Sie sagt, da werden Sie wohl kein Glück haben. Briefe kann man nachverfolgen, aber Postkarten..." Dennoch gibt sie mir die Adresse von Hauptpostamt in Poznan und rät mir, es dort noch einmal zu versuchen. Unser Gespräch hat die blonde Frau so durcheinander gebracht, dass sie ohne Briefmarken zu kaufen noch vor mir die Post verlässt. Erst an der Ecke fällt ihr wieder ein, dass sie nicht nur zum Übersetzen in die Post gegangen ist. Zurück im Büro frage ich Beata ob sie mir für mein Vorsprechen beim Poznans Biggest Postoffice ein paar Sätze aufschreiben kann. Samstag ist es dann soweit. Ich stürme das größte Postamt, das Poznan zu bieten hat, und wieder kann ich mich mit der Postangestellten auf keine mir bekannte Sprache einigen. Doch das hatte ich erwartet. Stolz zücke ich meinen Zettel und reiche ihn ihr durchs Fenster. Sie ist wirklich sehr bemüht mir zu helfen und nach einer viertel Stunde hat sie für mich ein Date mit meinem Postboten klar gemacht. Vielleicht kann er mir weiter helfen. Montag morgen starte ich also einen neuen Versuch. Eine der Kolleginnen vom Samstag ist heute auch wieder da. Nach kurzer Nachfrage beim Postboten steht fest: die Postkarte wird mich wohl leider nie erreichen. Etwas geknickt ziehe ich von Dannen. Aber die nächste Postkarte ist schon so gut wie unterwegs. Linda fliegt bald nach Tunesien und hat sogar meine Wohnungsnummer.

Sonntag, 8. März 2009

Die Befreiung des Geldes

Gedanken zum Thema virtuelle Güter

Geld wurde als Tauschmittel für Waren erfunden. Statt Fisch gegen Kartoffeln zu Tauschen, tauschte man einfach Fisch gegen Geld und Geld gegen Kartoffeln. Der Vorteil dabei ist, dass Geld kein Verfallsdatum hat und dass man unabhängig von der Tauschware wurde. Mochte der Verkäufer keinen Fisch, ist es für den Käufer dennoch möglich bei ihm Kartoffeln zu erstehen. Geld hatte also von Anfang an immer einen konkreten Gegenwert. Das ist bis heute so. Die Bundesbank gibt nur so viel Münzen und Scheine aus, wie sie Edelmetalle im Tresor hat sonst droht eine Inflation oder ein Deflation des Zahlungsmittels. Bei virtuellen Gütern erhält man gedoch nichts Materielles. Im Gegenteil, denn selbst ein Besitzanspruch ist bei virtuellen Gütern ausgeschlossen. Hat man sich also in einer virtuellen Welt gegen echtes Geld ein nettes Häuschen gekauft, kann man seinen Anspruch darauf nirgendwo geltend machen. Schlimmer noch, nimmt der Anbieter sein Produkt vom Markt, ist man nicht nur das Häuschen sondern auch sein Geld für immer los.

Jeder Mensch lernt, dass teure Sachen oft nicht ohne Grund teurer sind. Oftmals sind sie seltener oder aufwendiger herzustellen als die billigere Konkurenz. Orchideen beispielsweise benötigen zum Wachsen ein ganz bestimmtes Klima. Deshalb sind sie im allgemeinen auch teurer als Löwenzahn. Bei virtuellen Gütern hingegen kann der Preis willkürlich festgelegt werden. Rein technisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen einem Bild mit Tulpen und einem mit Gänseblümchen. Beide bestehen aus der gleichen Anzahl von Pixeln. Hier bezahlt der Käufer also nicht für die Ware, sondern für die Assoziation mit einem bestimmten Preis. Denn nur wer weiß, dass das Tulpenbild 5 Euro und das Gänseblümchenbild 1 Euro kostet, erkennt auch den Wert dieses virtuellen Gutes. Technisch gesehen besteht jedoch kein Grund für eine Preisunterschied.

Der Sportmodekonzern Nike war eines der Unternehmen, die ihre Produkte auch in der Onlinewelt Secondlife anboten. Natürlich wurde diese Ware nur virtuell verkauft und der Kunde hat nie auch nur ein T-Shirt zugeschickt bekommen. Stattdessen konnte man seiner Spielfigur mehr Lifestyle gönnen, indem man sie nun mit Nike-Turnschuhen durch die 3D-Welt laufen lässt. Gezahlt wurde in der Spielgeldwährung Linden-$, die jedoch in der "echten" Welt einen realen Tauschkurs besaß. Das Ziel von Nike war es also nicht nur die Popularität der Marke durch geschicktes Online-Marketing zu erhöhen, sondern konkret Umsätze mit virtuellen Gütern zu erzielen. Nach ein paar Monaten verwaiste der Nike-Shop jedoch, da die erhofften Gewinne ausblieben.

Als zusätzliche Einnahmequelle bieten Spielehersteller oft Erweiterungen für ihre Bestseller an. Kennt man alle Fragen bei Trivial Persiute in und auswendig, kann man den Spielspaß durch einen neuen Satz Fragen wiederbeleben. Ähnliche Konzepte verwenden auch die Hersteller von Computerspielen. Mit sogenannten Add-Ons kann man auch hier die bestehende Spiele erweitern. Die Simulation "Die Sims" kann man z.B. mit ein paar neuen Urlaubsgebieten aufpeppen. Beide Konzepte haben gemeinsam, dass man ein bestehendes Spiel durch eine Neuerung aufwertet. Bei diversen Online-Spielen ist das jedoch anders. Im Facebook-Spiel "Falschparken" zahlt man beispielsweise nicht für die Erweiterung der virtuellen Welt oder eine andere Innovation, sondern für weitere Spielautos, die man fortan verwenden kann. Technisch gesehen ist der Gegenwert nichts weiter, als die Erhöhung einer Variablen um die Anzahl der gekauften Autos. Ein Anbieter halt also mit diesem Konzept weder einen höheren Aufwand noch benötigt der Spieler spürbar mehr Ressourcen auf dem Anbieterserver.

Viele Dinge kann man heute problemlos online kaufen. Fahrscheine für die Deutsche Bahn drucken heute viele Kunden selbst aus oder brennen die bei Musicload gekaufte Musik selbst auf CD. Der Unterschied zu ihren offline gekauften Pendants ist: die online gekauften Waren müssen zum Teil vom Kunden selbst produziert werden. Doch der Vorteil dabei liegt auf der Hand: es geht schneller und ist unabhängig vom Aufenthaltsort des Kunden. Bei anderen virtuellen Gütern funktioniert das Ganze nicht so einfach. Eine virtuelle Schachtel Pralinen kann der Kunde nicht so leicht in vollwertiges Naschwerk werwandeln.

In seinem Roman "Snow Crash" beschreibt Neal Stephenson bereits 1992 eine dem Secondlife sehr ähnliche 3D-Simulation namens "Metaversum". Hier zählen allein die Fähigkeiten des Nutzers und soziale Grenzen sind gänzlich aufgehoben. Eine ganz ähnliche Entwicklung zeigt das heutige Internet. In Blogs, Foren oder im Chat ist es egal, ob die Person am anderen Ende der Leitung in einer Villa oder einer Sozialwohnung vor dem Rechner sitzt. Lediglich was sie sagt und wie sie handelt ist von Bedeutung. Darum werden sich gekaufte virtuelle Prestigeobjekte im Internet nur schwer durchsetzen, ja vielleicht sogar lächerlich wirken. Stephenson beschreibt dies mit der typischen "Brandy", einer gekauften weiblichen Spielfigur (Avatar), die nur Menschen verwenden, die unfähig sind sich eine eigene Figur zu erstellen.

Montag, 2. März 2009

Wer sind denn diese Leute?

In diesem Post möchte ich die Verwirrung, wer denn nun wer ist, etwas aufklären und Martins Kritik "Wir kommen in deinem Blog immer so böse rüber" Tribut zollen. Denn eigentlich sind das ja ganz nette Menschen...

Martin... kenne ich seit ca. einem Jahr durch unsere gemeinsame Zeit bei YOUNI. Schon am ersten Tag hatte ich das Gefühl, dass dieser Kerl anders ist, als die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe. Vielleicht ist es "die Vereinigung sämtlicher bekannter Randgruppen in einer Person", wie Ingo es mal treffend beschrieben hat, die diesen Dresdner Internetfreak so interessant macht. Privat kann man sich mit ihm stundenlang über neue Geschäftsmodelle streiten oder (was eher nicht so mein Fall ist) Computerspiele mit ihm zocken.
Kurzprofil: Diplom-Wirtschaftsingeneur, Vegetarier, trinkt keinen Alkohol, hört Hip-Hop, sieht gern Sitcoms

Alex... kenne ich erst seit Polen. Er arbeitet seit knapp 2 Jahren in Poznan und das Projekt ist quasi auf seinem Mist gewachsen. Wenn Alex sagt, dass er hundemüde ist und ins Bett möchte, meint er eigentlich, dass er heute Nacht noch 4 wissenschaftliche Paper lesen will und jetzt Lust auf eine runde Autorennen hätte. Privat kann man sich mit Alex sehr gut unterhalten. Er hasst oberflächliche Gespräche übers Wetter und fragt stattdessen lieber die polnische Mitreisende im Zugabteil aus. Durch seine fröhlich-quirlige Art nimmt ihm das auch nie jemand übel.
Kurzprofil: Diplom-Volkswirt, Fleischfresser (auf Diät), trinkt keinen Alkohol, hört und macht Heavy-Metal, sieht gern Anime

Ingo... hab ich bei meiner zweiten Polenreise kennen gelernt. Er ist zum Team gestoßen, weil er fast die gleiche Projekt-Idee gehabt hat. Nun bringt er seine Ideen in das bestehende Projekt ein und wurde zu seinem Leidwesen dazu genötigt, die Seite ansprechend zu gestalten. Seinen Lebensunterhalt verdient Ingo eigentlich als Foto-Verkäufer auf shotshop.com, einer Bildagentur aus Berlin. Nach Feierabend ist Ingo oft der Einzige (außer mir natürlich), der nicht gegen ein kleines Feierabendbierchen und einen Schwenk duch die Gassen von Poznan hätte.
Kurzprofil: Diplom-Designer, Vegetarier, trinkt Alkohol, hört... (Musik?), sieht gern Science-Fiction

Ich... beschreibe mich ungern selbst selbst, das überlass ich lieber anderen. Darum nur das...
Kurzprofil: Abiturient mit Hochschulerfahrung, Fleischfresser, trinkt Alkohol, hört elektronische Musik, sieht gern Dokus

Donnerstag, 26. Februar 2009

Brüste in 3D

Unsere Einzugsparty steht noch aus. Ich wohne seit dem 20. November in meiner Wohnung und bisher haben wir noch keinen Einzug gefeiert. Es wäre zwar ohnehin ein Reinfall geworden. Wir hätten zusammen Fencheltee getrunken und polnisches Radio gehört. Aber es geht um's Prinzip. Eine Wohnung braucht ein gemeinschaftsbildendes Erlebnis. Darum hab ich mir vorgenommen, etwas zu finden, was jedem gefallen könnte. "Wie wäre es mit Kino? Hier läuft zur Zeit ein 3D-Horrorfilm." Ingo ist sofort dabei, Martin gibt zwar kein Feedback ist aber zu 2/3 überzeugt, nur Alex schiebt seine Müdigkeit vor. Er sei fix und fertig und werde heute zeitig ins Bett gehen. Kein Wunder, musste er doch gestern auch meinen Feldzug gegen die kleinen bunten Autos über sich ergehen lassen. Na gut, dann wird das heute wieder kein gemeinschaftsbildendes Erlebnis, aber immerhin ist es für uns übrigen drei eine willkommene Ablenkung. Doch an diesem Abend prallen mal wieder meine Spießerwelt und die modernere von Martin und Ingo aufeinander. Die beiden beschließen ihr Abendbrot im Kino einzunehmen. Ein Sandwich von Subways natürlich. Mir gefällt das überhaupt nicht, zumal ich mir scheinbar mehr Gedanken mache, wegen diesem Schnittchen aus dem Kino zu fliegen, als die beiden anderen zusammen. Doch es war alles halb so wild, Jacke drüber und keiner sieht oder riecht ewas von dem mitgebrachten Essen. Hab ich mir mal wieder umsonst ins Hemd geschissen. Der Film beginnt, wir setzen die 3D-Brillen auf und schon geht's weiter. Wir drei sind alle Brillenträger, doch Martins Brille scheint nicht vollständig entspiegelt zu sein. Er sieht seine eigenen Augen statt dem Film. Als er dann noch in sein Sub (so heißen die Schnittchen bei Subways) beißen will, beginnen beide Brillen natürlich auch noch zu rutschen, sodass er nahezu den ganzen Anfang des Filmes verpasst. In etwa der Mitte des Filmes unterhalten sich Martin und Ingo darüber, dass gewisse Teile des Filmes so aussehen, wie die Zwischensequenzen in den Computerspielen aus den späten Neunzigern. Ich bin angepisst, beschließe aber das Ganze nicht noch durch eine Diskussion übers Quatschen im Kino zu verschlimmern. Stattdessen setzte ich mich zwei Plätze weiter. Nach dem Film freuen sich die beiden bis spät in die Nacht, dass es in dem Film eine Szene gab, in der eine nackte Frau etwa 5-10 Minuten durchs Bild spazierte und schließlich doch noch von dem mysteriösen Mörder umgebracht wurde. Ich halte das für übertrieben. Denn sind wir mal ehrlich, sogar die heutige Klostein-Werbung ist härter als ein Softporno, da sind die 5 Minuten nackte Möpse nun wirklich nicht mehr erwähnenswert. Zumal beide dank ihrer Freundinnen jederzeit Zugriff auf echte nackte 3D-Brüste hätten.